Dambulla's Goldener Tempel
Einzigartiger Höhlentempel mit jahrhundertealter Kunst
Dambulla’s Höhlentempel, offiziell Goldener Tempel von Dambulla, ist eine buddhistische Tempelanlage aus fünf Höhlen in einem Felsen. Gelegen ist die Tempelanlage in Sri Lankas Zentralprovinz, rund 72 Kilometer nördlich von Kandy. Die Anlage stammt aus dem 1. Jahrhundert vor Christus, beherbergt über 150 Buddha-Statuen sowie kunstvoll bemalte Höhlendecken und gehört seit 1991 zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Von der Hauptstraße aus wirkt der Felsen zunächst relativ unspektakulär, wie ein grauer Berg über der Ebene. Steigt man jedoch die Stufen hoch und tritt durch den ersten Höhleneingang, wird klar, welche imposante Kunst hier beherbergt wird. Unzählige Buddha-Statuen, Statuen hinduistischer Gottheiten sowie von ehemaligen Königen und wichtigen religiösen Persönlichkeiten.
Dambulla liegt mitten im sogenannten Kulturdreieck Sri Lankas, nur eine halbe Stunde von Sigiriya entfernt. Für viele Reisende ist der Ort deshalb vor allem eine Etappe auf dem Weg zwischen Kandy und Sigiriya. Wer aber einmal oben in den Höhlen steht, merkt schnell, dass hier mehr wartet als eine kurze Stippvisite.
Fluchtstätte, Kloster, Tempel
Die Geschichte von Dambulla beginnt im 1. Jahrhundert vor Christus mit König Valagamba, auch Vattagamani Abhaya genannt. Aus seiner Hauptstadt Anuradhapura vertrieben, fand er in den Höhlen von Dambulla vierzehn Jahre lang Zuflucht bei den dort lebenden Mönchen. Als er seinen Thron zurückeroberte, ließ er die Höhlen aus Dankbarkeit zu einem Tempel ausbauen und übergab sie offiziell der Mönchsgemeinschaft.
In den folgenden Jahrhunderten wurde immer weitergebaut: König Nissanka Malla ließ im 12. Jahrhundert weitere Statuen hinzufügen, im 16. Jahrhundert erweiterte König Rajasinghe I. die Anlage erneut. Was daraus entstand, sind fünf Höhlen mit über 150 Buddha-Figuren, Statuen hinduistischer Gottheiten, ehemaliger Könige und wichtiger Persönlichkeiten. Sehr beeindruckend sind die kunstvoll bemalten Decken und Wände. Seit 1991 gehört Dambulla zum UNESCO-Weltkulturerbe unter dem Namen „Goldener Tempel von Dambulla“.
Bemerkenswert ist dabei, dass Dambulla nie zu einer reinen Ruine wurde, wie es bei vielen anderen historischen Stätten Sri Lankas der Fall war. Die Höhlen sind bis heute aktiver Tempel, Mönche leben und beten hier, und Pilger aus dem ganzen Land kommen regelmäßig vorbei.
Fünf Dinge, die man in Dambulla gesehen haben sollte
1. Der Aufstieg zum Felsen
Der Weg zu den Höhlen führt über in den Stein gehauene Stufen, vorbei an frei herumlaufenden Affen und mit einem Ausblick, der mit jedem Meter besser wird. Oben angekommen, öffnet sich der Blick über die flache Ebene bis zum Horizont, bei klarer Sicht lässt sich von hier sogar der Felsen von Sigiriya erkennen.
2. Die Höhle des großen Königs
Die zweite Höhle ist die größte und zugleich vollste der Anlage: ein einziger Raum, der mit Statuen fast schon überladen wirkt. Rund 60 Buddha-Figuren stehen, sitzen oder liegen hier dicht an dicht, dazwischen Darstellungen hinduistischer Gottheiten und zweier singhalesischer Könige. An der Decke ziehen sich hunderte kleinformatige Malereien entlang, die in leuchtenden Farben Szenen aus Buddhas Leben zeigen, von der Erleuchtung bis zur Ankunft des Buddhismus auf der Insel.
3. Die tropfende Quelle
Mitten in dieser zweiten Höhle sickert Wasser durch einen winzigen geologischen Spalt in der Felsdecke und tropft seit Jahrhunderten in eine Schale. Das Wasser gilt als heilig und wird bis heute für religiöse Zwecke verwendet. Dieses kleine, fast unscheinbare Detail zeigt, wie lebendig der Ort noch immer ist.
4. Die dritte und vierte Höhle
Wer nach der zweiten Höhle weitergeht, findet in der dritten eine ruhigere, weniger überfüllte Szenerie: Buddha-Figuren aus Marmor, Sandel- und Ebenholz sowie eine Statue des letzten Königs von Kandy. Die vierte Höhle ist deutlich kleiner und unscheinbarer, birgt der Überlieferung nach aber etwas Besonderes: eine kleine Dagoba, in der einst der Schmuck von König Valagambas Frau aufbewahrt worden sein soll.
5. Der Goldene Tempel am Fuß des Felsens
Am Fuß des Aufstiegs empfängt ein modernes Museumsgebäude die Besucher, gekrönt von einer großen, weithin sichtbaren goldenen Buddha-Statue. Sie gehört nicht zur historischen Anlage, ist aber inzwischen zum Wahrzeichen von Dambulla geworden und ein beliebter Ausgangspunkt für den Aufstieg.
Was man in Dambulla sonst noch machen kann
Wer nach dem Tempelbesuch noch Zeit hat, sollte einen Abstecher zum Dambulla Dedicated Economic Center machen, dem größten Großhandelsmarkt für Obst und Gemüse in Sri Lanka. Seit 1999 laufen hier in über 150 Ständen die Ernten aus dem ganzen Land zusammen, Bauern liefern per Lastwagen, Tuk-Tuk oder Schubkarre an, Großhändler handeln die Preise lautstark aus. Der Markt läuft rund um die Uhr, weil viele Bauern tagsüber auf den Feldern arbeiten und ihre Ware erst nachts zum Verkauf bringen. Für Touristen ist der Ort nicht gemacht, gerade das macht ihn interessant. Ein Blick auf den Alltag hinter den Kulissen der Insel, ganz ohne Souvenirstände oder Eintrittsgeld.
Etwas außerhalb der Stadt liegt der Kandalama-See, ein künstlich angelegtes Wasserreservoir, das von Einheimischen zum Baden und Wäschewaschen genutzt wird und einen schönen Blick auf die Felsen von Sigiriya und Pidurangala bietet. Wer sich für Botanik interessiert, findet im Popham Arboretum ein kleines Waldstück mit markierten Pfaden durch den Trockenwald: Ein britischer Teepflanzer legte es in den 1960er-Jahren auf einem knapp acht Hektar großen Grundstück an, später kamen weitere Flächen dazu.
Und weil Dambulla zentral im sogenannten Kulturdreieck liegt, lässt sich der Besuch problemlos mit anderen historischen Stätten der Region verbinden. Sigiriya ist in einer halben Stunde erreichbar, auch Polonnaruwa und Anuradhapura liegen nah genug, um sie sich über mehrere Tage hinweg gemeinsam mit Dambulla zu erschließen. Wer die Höhlentempel von Dambulla besucht, sollte dabei auf angemessene Kleidung achten: Schultern und Knie müssen bedeckt sein. Nach dem Aufstieg über die Treppen werden die Schuhe am Eingang zu den Höhlen abgegeben. Wer hitzeempfindliche Fußsohlen hat, sollte sich Socken mitnehmen.
Fazit
Dambulla ist ein wundervoller Mix aus Geschichte, Landschaft, Aktivsein und Innehalten. Der Ort spiegelt eine gewisse Ruhe wider, vor allem auch durch den Ausblick auf die weite, immergrüne Landschaft. Durch die verschiedenen Höhlen und kleinen Aufstiege, kann man sich gut auf dem Gelände bewegen und dann immer wieder anhalten, um ein Stück Geschichte aufzusaugen.
Häufige Fragen zu Dambulla
Ist Dambulla sehenswert?
Ja. Der Höhlentempel gehört zu den am besten erhaltenen buddhistischen Kunstschätzen Asiens, mit über 150 Buddha-Statuen und jahrhundertealten Deckenmalereien auf engstem Raum. Für Reisende mit Interesse an Geschichte, Architektur oder Buddhismus zählt er zu den Höhepunkten im Kulturdreieck Sri Lankas.
Wofür ist Dambulla berühmt?
Dambulla ist vor allem für seinen Höhlentempel berühmt, den Goldenen Tempel von Dambulla, eine seit über zwei Jahrtausenden genutzte buddhistische Pilgerstätte mit fünf Höhlen und kunstvollen Wandmalereien. Daneben ist die Stadt Sitz des größten Obst- und Gemüsegroßmarkts Sri Lankas.
Was kostet der Eintritt in Dambulla?
Der Eintritt zum Höhlentempel liegt für ausländische Besucher üblicherweise im Bereich von umgerechnet wenigen Euro, wird aber in Sri Lanka regelmäßig angepasst. Am zuverlässigsten lässt sich der aktuelle Preis kurz vor der Reise online oder direkt an der Kasse vor Ort prüfen.
Wieviel Zeit sollte ich für Dambulla einplanen?
Der Aufstieg über die ca. 300 Treppenstufen dauert ca. 20 Minuten. Für die 5 Höhlentempel sollte man sich in jedem Fall 1 Stunde Zeit lassen. Je nach Andrang 30 Minuten Puffer einrechnen. In Summe sind es ca. 2,0 Stunden.
Dagmar Heuberger
Director Srilight Travel
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